Empfehlungen

Im Hochsicherheitsgefängnis betreut Dr. Eleanor Spencer als forensische Psychologin Gewalttäter, Mörder und Serienkiller. Dabei entwickelt sich ein Machtspiel um Dominanz und Wissen zwischen ihr und dem Serienmörder Lucas Hayne, einem extrem intelligenten Psychopathen. Als ein Mörder beginnt junge Frauen grausam zu ermorden und diese Fälle alle in Verwindung zu Eleanors verschwundener Schwester stehen, scheint Lucas mehr zu wissen. Doch Informationen haben Ihren Preis. 

Die Gespräche zwischen Eleanor und Lucas erinnern ein wenig an einen berühmten Serienmörder und Kannibalen. Die psychologischen Spielchen der beiden stehen in einem anregenden Kontrast zu der sachlichen, aber ebenso präzisen Analyse der ermittelnden Polizisten, die mit Eleanor zusammenarbeitet. Und Eleanor beginnt mit der Spurensuche, wirft immer mehr Fragen auf und kann letztlich Niemandem mehr trauen.

Als die Ermittler verzweifelt versuchen den Mörder zu stoppen, der eine junge Frau entführt hat, spitzt sich die Handlung zu. 

Und natürlich ist das Ende nicht so einfach, wie es erscheint. Wer die Zeichen kennt, bekommt aber früh eine Idee, daher einen Stern Abzug. 

Tauchen Sie an den jetzt dunkler werden Tagen in die Abgründe der Seele ein.

4 von 5 Sternen

Buchempfehlung vin Anna Lenz 09.09.2026


Die sechsjährige Cora spielt mit einem Jungen im herbstlichen Garten. Die scheinbar friedliche Szene, ist für die Hexenschwestern der Familie Montparsson jedoch eine tödliche Gefahr. Denn in ihrem Drang ihre Einsamkeit zu mildern, hat Cora den Jungen gegen alle Verteidigungszauber der Schwestern immun gemacht. Und als wenige Stunden darauf die Hexenjäger drohen das Tor zum Anwesen aufzusprengen, entsenden die Schwestern Iris, um ihren sterbenden Zirkel zu retten. Sollte sie die Hexenspiele gewinnen, könnte ihr Zirkel Zuflucht bei der Obersten aller Zirkel erlangen.

Doch nicht nur die Montparsson kämpfen um ihr Überleben, auch der verfeindetet Hexenzirkel der Landevilles entsendet ein Mitglied. Mit August verbindet Iris weit mehr als nur eine Familienfehde. Und so muss sie nicht nur die mörderischen Hexenspiele überleben, bösartigen Intrigen entgehen, sondern auch noch ihr Herz bändigen, dass ständig schneller schlagen und hoffen möchte.

Die ruhige Herbststimmung der Natur wurde gepaart mit düsterer Magie und sehr realistischen Ängsten.

Ein wunderbarer Einstieg in die ersten Herbsttage. Während man mit einer heißen Tasse Kaffee dem morgendlichen Dunst bestaunt, wird man von iris und August Geschichte gewärmt.

5 von 5 Sternen


Nach einem schweren Verkehrsunfall liegt Tamsin Shaw im Wachkoma. Sie kann jedes Gespräch in ihrer Umgebung verfolgen, erkennt Personen an Gerüchen und Stimmen und verfolgt die Tageszeit anhand der wandernden Sonnenstrahlen auf ihrer Haut.

Auch, wenn sie in ihrem Körper gefangen ist, ohne sich bemerkbar machen oder reagieren zu können, bleibt ihr Geist messerscharf. Und sie nutzt ihn. Manche ihrer Besucher, wie ihr Studienfreund Dan sprechen mit ihr und liefern ihr damit wichtige Informationen, um sich zu verankern und langsam ein Bild dessen zu formen, was geschehen ist. 

Sie erfährt, dass sie nicht mehr schwanger ist. Ihre Tochter lebt. Als ihr Mann eine Entscheidung darüber treffen soll, ob die Geräte, die mit Nahrung und Flüssigkeit versorgen, abgestellt werden sollen, können Schuld und Scham nicht länger verdrängt werden. Und schließlich erhält Tamsin Besuch von einem ihrer Patienten, einem verurteilten Sexualstrafmörder.

Von der ersten Minute an, ist man als Leser gebannt von der Situation. Tamsin, die nur aus kurzen Gesprächen und Reaktionen den Hergang des Unfalls rekonstruiert und Schicht für Schicht des komplizierten sozialen Geflechts ihres Lebens durchdringt, lässt den Leser nicht los. Obwohl die Situation durchaus beklemmend sein könnte, sorgt gerade das Spiel aus Ungewissheit und wenigen Informationen für enorme Spannung.

Ein Buch mit Suchtfaktor und eine absolute Leseempfehlung!

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 19.08.2026


Neun Frauen hat er getötet. 27 Jahre ist er bereits inhaftiert. das Leben seiner Frau und seiner beiden Söhne hat er zu einem Spießrutenlauf aus Verurteilung und Scham werden lassen. Und nun ist er an Krebs erkrankt. Es gibt immer noch Familien, deren Angehörige nicht gefunden wurden. Leere Stühle an Esstischen und Familien, die von Hoffnung und Resignation ausgezehrt wurden. Am Ende seines Lebens möchte er alles Preis geben, aber nur seiner Frau. Der Frau, die mehrfach umziehen musste, deren Namen so oft gewechselt hat, dass sie langsam den Überblick verloren hat. Der Frau, die nur noch eine Fassade lebt in der ständigen Angst erkannt zu werden.

Und Maggie muss sich ihm erneut stellen. Seinen perfiden Psychospielchen. Er schickt sie auf eine Schnitzeljagd durch Familienurlaube und die Namen vermisster Frauen, bis sie endlich bei dem einen Namen landen. Dem Namen, der ein weit grausameres Familiengeheimnis umgibt, als alles bisher da Gewesene.

Ein Psychothriller, der unter die Haut geht. Während man sich der Manipulation nicht entziehen kann, geht man ebenfalls der Frage nach, wieviel kann eine Ehefrau wissen? Und was ist sie bereit zu tun, um ihre Familie zu schützen.

Ein Gänsehaut-Leseerlebnis für heiße Tage!

5 von 5 Sternen 

Buchempfehlung von Anna Lenz 10.08.2026


Der Sommer, der uns blieb

von Greta Herrlicher

In einer idyllischen Kleinstadt leben Britta, Pia und Martin in der Nachbarschaft und sind von Kindheit an beste Freunde. Bis im Sommer nach dem Abitur etwas passiert, was die Freunde auseinanderbringt. Pia verschwindet einfach ohne sich zu verabschieden, Britta beginnt eine Ausbildung in Frankfurt, nur Martin bleibt am Ort und bei seiner Mutter wohnen.

Nach zwanzig Jahren Funkstille kehren sowohl Pia als auch Britta aus unterschiedlichen Gründen in ihre Heimatstadt zurück. Im Wechsel erfährt man aus der Sicht von Martin, Britta und Pia wie ihr Leben verlief und allmählich kommt heraus, warum die Freundschaft damals auseinander ging. Und auch durch die Zeitreise in die Vergangenheit wird die Geschichte der drei Freunde lebendig erzählt.

Martin arbeitet in der Firma seiner Mutter und wohnt noch mit ihr unter einem Dach. er wird von ihr manipuliert, ohne es selbst zu merken. Britta kehrt zurück, um ihren demenzkranken Vater zu pflegen. Pia hat krebs im Endstadium und möchte reinen Tisch machen und die Freunde um Vergebung bitten. Die drei Freunde, die sich zunächst vorsichtig und skeptisch begegnen, merken bald, dass ihnen die Freundschaft immer noch wichtig ist. Alle drei haben ihre Fehler und schwächen, die sie jedoch sympathisch machen und den Leser mitfühlen lassen.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, das Cover und der Farbschnitt gefallen mir sehr gut. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und kann es nur weiterempfehlen.

Ulrike Nebel 05.08.2026 

5 von 5 Sternen


Kein Sommer ohne August von Lucy Astner

Ein Buch für die Seele und den kleinen Teil in uns, der Romantiker geblieben ist.

Liebesgeschichten verirren sich selten auf meinen Buchstapel. Doch diese möchte ich Jedem ans Herz legen. Sanft und voller Ängste begegnen sich zwei Menschen in ihrem Leben immer wieder. Sind miteinander verwoben, retten sich, verletzten sich und finden doch nicht zueinander. Geknüpft wurde ihr Schicksal von einer Buchhändlerin, Bücher und Geschichten wurden ihr Klebstoff, die Anforderungen der jeweiligen Familien ihre Zerreißproben.

Charlie wächst in zerrütteten Verhältnissen auf. Als sie eines Tages für Ihre suchtkranke Mutter ein Buch stehlen möchte, wird sie dabei von August, dem Enkel der Buchhändlerin beobachtet. Dieser behält nicht nur Stillschweigen über ihr Vergehen, sondern freundet sich mit ihr an. Von Sommerferien zu Sommerferien wachsen nicht nur die beiden Jugendlichen heran, sondern auch ihre Freundschaft, aber auch ihre Ängste.

Als Erwachsene begegnen sie sich wieder. Als nach Jahren alte Verletzungen endlich aufgearbeitet werden, Missverständnisse angesprochen und Gefühle benannt werden, scheinen sich endlich zwei Menschen ehrlich auf Augenhöhe begegnen zu können.

Die Irrungen, Wirrungen, Höhen und Tiefen, dieser wunderschönen Geschichte, möchte ich Sie selbst entdecken lassen.

Ein Buch, das für die Seele geschrieben wurde und für den kleinen Teil an Romantik, die man sich doch noch irgendwie bewahren kann.

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 04.08.2026


Der Unterschied zwischen einem Soldaten und einem Schlächter liegt einzig in der Perspektive.

Dem ehemaligen Kämpfer Max ist das bewusst. Schlaf findet er schon lange nicht mehr, denn wenn die Nacht hereinbricht kann er nicht mehr vor den Bildern des Horrors fliehen, den er über andere brachte.

Und nicht jeder findet einen schnellen Tod. Wunden und Traumata begleiten Überlebende. Viele sterben an den Folgen des Krieges, an fehlendem Obdach, Unterernährung und nachfolgenden gewalttätigen Auseinandersetzungen, oft um Lebensnotwendiges.

Und ganze Bevölkerungsgruppen werden versklavt. Tisaanah wird zur Lustsklavin. Ab Kindesalter wird sie missbraucht und ist immer wieder Gewaltausbrüchen ihres Herrn ausgesetzt. Ihr Körper ist mit fürchterlichen Narben übersät, die unsichtbaren wiegen schwerer.

Als Tisaanah entkommen kann, wird sie dem ehemaligen Kämpfer Max zur Ausbildung anvertraut. Welten prallen aufeinander. Der zähe Überlebenswille Tisaanah imponiert dem innerlich toten Mann und eröffnet ihm kleine Schritte zurück in das Leben.

Und nach und nach entspannt sich nicht nur Vertrauen, sondern auch eine Politik, die andere kaltblütig opfert und hintergeht. 

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 27.07.2026


Cursed for Good von Amy Coombe

Verführerisch wie ein zauberhafter Urlaub.

Die Vorstellung verflucht zu werden, einen Buchladen nicht mehr verlassen zu dürfen, klingt für Buchliebhaber nicht ganz so abschreckend. Für eine völlig überarbeitete Prinzessin klingt es nach einem selbstbestimmten Leben. Das erste Mal in ihrem Leben ist sie frei in ihren Entscheidungen. Weder Protokoll, Erwartungshaltungen noch Würdenträger haben länger Macht über Sie. Und so beginnt Tandy sich in ihrem neuen Leben einzurichten. Mit Hilfe einer Teenagerin aus dem Drachenvolk, die Flügel sind hin und wieder im Weg, räumen sie den Buchladen um, entwerfen Verkaufsstrategien und werden gute Freunde. Gewürzt wird die seitenraschelnde Atmosphäre mit einem unglaublich attraktiven Piraten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Buchladen, um das ein oder andere Kleinod zu erleichtern und diversen Prinzen, die die verfluchte Prinzessin durch einen Kuss erlösen sollen.

Die Komik, die entsteht, wenn geschildert wird, mit welchem Widerwillen dieses Zeremoniell ausgeführt wird ist herrlich.

Ein perfekter Sommerzauber für Zwischendurch

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 24.07.2026


Als ehemalige Auftragskillerin lebt es sich mit zwei Kindern ganz beschaulich in der Vorstadt. Olivia ist glücklich verheiratet, ihre eigentlich als Scheinfirma gegründete Agentur ist gefragter denn je und ihre kleinen Töchter halten sie auf Trab.

Bis zu jenem Tag, an dem Kleinkriminelle auf der Flucht ihre Tochter mit dem Auto erfassen und töten.

Gefangen in leeren Phrasen, die nicht ansatzweise ihren Schmerz und ihre Trauer lindern können, kann auch die im Dunkeln tappenden Polizei ihr keine Vergeltung bieten.

Getrieben von Schuldgefühlen über die Leichenberge, die sie in ihrer aktiven Zeit als Auftragskillern eines Syndikats angehäuft hat und einem unbändigen Zorn über den Tod ihrer Tochter beginnt Olivia ein Katz-und-Maus-Spiel, um die Verbrechergang büßen zu lassen ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Es dauert nicht lange, bis klar wird, dass jemand Jagd auf eine Gruppe Kleinkrimineller macht und einer der ermittelnden Detektives wird misstrauisch.

Der rasante Thriller verwebt seelische Einblicke, Schusswechsel und an Agentenfilme erinnernde Verfolgungen angesiedelt in einer ruhigen Wohngegend mit gepflegten Vorgärten.

Das kalte Kalkül mit dem Olivia teilweise vorgeht, ist bewundernswert, wohingegen ich mir mit den Passagen, in denen sie ins Zweifeln gerät oder unsicher ist, ein wenig gehadert habe.

Auf jeden Fall eine gelungene Sommerlektüre!

3 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 17.07.2026


An den Steilklippen der Seven Sisters in Westlinke steht ein Schäferwagen. Dort lebt und arbeitet die Therapeutin Pat Philipps. Eine Frau mit Charakter und Ansichten und einem tiefen Einblick in die Seele.

Als sich einer ihrer Klienten angeblich von einer der Klippen gestürzt haben soll, kann Pat das nicht glauben. Zusammen mit ihrem schrulligen Nachbarn Prichard beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Dabei werden die Beweggründe der Dorfgemeinschaft und die kleinen Spitzen und alltäglichen Grausamkeiten einer verschworenen Gemeinschaft derart überspitzt und humorvoll Geschildert, dass man als Leser immer wieder ins Schmunzeln gerät.

Während Pat überall aneckt, ist ihr Nachbar Prichard weltoffen und sehr kreativ dabei neue Schnapssorten zu entwickeln, die beide dann beim gemeinsamen „Netflix and Chill“ verkosten.

Unwillkürlich wurde ich immer wieder an die Miss Marple Verfilmungen mit Margaret Rutherford erinnert.

Ein herrlich kurzweiliger Krimi mit einer Brise schwarzem Humor, Skurrilität und einer atemberaubenden Landschaft!

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 14.07.2026


Ein verheißungsvoller Titel, voller Hoffnung und voller Schwermut. Denn nicht jede Pause ist freiwillig. Wenn die Seele schreit oder der Körper streikt, wird Zeit zum Feind und die eigenen Gedanken zum Gegner.

Wer ist man noch, wenn man nicht mehr funktioniert? Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in den wichtigen Beziehungen, in der Partnerschaft ausfällt? Was bleibt von einer Existenz, die nicht mehr in die selbsterstellte Blaupause passt?

Es bleiben Gefühle und Erfahrungen. Für Hanna, die plötzlich aus ihrem Arbeitsalltag gerissen wird, bedeutet das Wut und Zorn. Und unglaublich viel Schmerz. Ohne Jemanden, der sie auffängt, der sie wahrnimmt oder ihr Gehör schenkt.

Es war kaum zu ertragen, wie die Eltern über und mit ihrer Tochter sprachen ohne sie wahrzunehmen. Wie ihre Grenzen und Bedürfnisse immer wieder ignoriert und übergangen wurden.

Und doch wird eine normale gutbürgerliche Familie geschildert. Nicht lieblos, gebildet mit festen Strukturen.

Als Leserin wohnt man Hannas Zusammenbruch in allen Ebenen ihres Lebens bei, bis sich all die ungehörten Gefühle entladen, um endlich gesehen zu werden.

Erschütternd alltäglich ist Hannas Geschichte und die meisten dürften Jemanden kennen, an den man denkt, wenn man der jungen Frau auf ihrem Weg folgt. 

Hört zu, gebt Raum und hinterfragt Eure Annahmen.

4 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 13.07.2026


The Dream Home von T. M. Logan

Das viktorianische Haus soll für Adam und seine Familie das perfekte Zuhause werden. Im elterlichen Schlafzimmer findet er dann bei Renovierungsarbeiten einen mit viel Aufwand verborgenen Raum.

Fensterlos und muffig verbirgt der Raum Geheimnisse. Mehrere Gegenstände sind in einer Kommode sorgsam verschlossen worden. In den Schubladen wurden scheinbar willkürlich ein altes Klapphandy und ein Hundehalsband neben einem Strickschal und einer alten Brille in den verschiedenen Schubladen deponiert. Die eigentlich harmlosen Gegenstände, denen man im Alltag nicht viel Aufmerksamkeit schenken würde, verströmen den Beigeschmack furchtbarer Greul, die der Leser zu erahnen beginnt. Atemlos begleitet man Adam, der ohne das Wissen seiner Familie beginnt Nachforschungen anzustellen. Je tiefer er in die Geschichten der Besitzer der Gegenstände eintaucht und nach einer Verbindung sucht, desto näher rückt die Gefahr für seine Familie. Dennoch ist Adam nicht bereit die Angelegenheit ruhen zu lassen. Die drohende Gefahr schwebt dabei permanent über den Bewohnern des Hauses. Und greift schließlich in deren Leben ein…

Trotz dessen, dass man Leser sehr früh erhant, was sich wohl zugetragen hat, wird man permanent auf falsche Spuren gelenkt. Die Ratlosigkeit und das Misstrauen, die Adam beherrschen, formen die Perspektive des Lesers. Bis zuletzt habe ich den Täter nicht verdächtigt. 

Ein perfekter Thriller für heiße Tage!

4 von 5 Sternen

Buchempfehlung vom 23.06.2026


Während sich die meisten bei Herzschmerz verkriechen, traurige Musik hören und sich mit Eiscreme trösten, tritt Calisa die Flucht an. Sie zieht es in die Fremde. Über die Sommermonate möchte Calisa im Gasthof ihrer Tante, dem Faraway Inn aushelfen. Mag die Flucht als eher vermeidender Umgang mit dem Geschehenen erscheinen, überrascht Calisa dann durch Unerschrockenheit und Einfühlungsvermögen. Bereits ihre Ankunft im Faraway verläuft…brüchig und lässt sie buchstäblich in ein Loch fallen. In dem sie dann auch erst einmal, ohne Aussicht auf Rettung, feststeckt. Also befreit sie sich nicht nur selbst, sondern plant auch im gleichen Zuge die Reparaturarbeiten, die vorgenommen werden müssen. Eine Haltung, die beeindruckt. Noch dazu, da sie keine handwerklichen Erfahrungen hat und sich mittels Youtube-Videos behelfen möchte. Ein Start, der einen gekonnt auf eine warme und humorvolle Geschichte einstimmt. So lernt Calisa, noch während sie in der Veranda feststeckt den inoffiziellen Hausmeister kennen. Der begrüßt sie herzlich, läuft an ihr vorbei und trägt einen Wasserspeier in das Haus, der es nach seiner Aussage nicht mag, nass zu werden. Ihre missliche Lage ignoriert er gekonnt. Wie der Empfang durch ihre Tante ausfällt, an wen der süßikeitenverliebte Vampir sein Herz verloren hat und welche Geheimnisse es sonst noch rund um das Faraway Inn zu enträtseln gilt, erfahren Sie beim Lesen.

4 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 18.06.2026


Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel

Immer erreichbar sein, sich immer weiter optimieren, denn man ist ja nie gut genug, mehr Leistung bringen, besser aussehen, mehr verdienen und selbstverständlich auch immer glücklicher werden.

Sophie kommt schon in jungen Jahren an den Punkt, an dem sie die Diskrepanz zwischen den Anforderungen an sie und dem tatsächlichen Lebensgefühl nicht mehr ignorieren kann.

Sie steigt aus. Ohne Jemanden zu informieren, kauft sie ein verfallenes Haus in Ostdeutschland und versucht dieses ohne jede Kenntnis zu renovieren.

Die Vorzeige-Jurastudentin muss sich plötzlich damit auseinandersetzen, wie man Wände richtig streicht. Welches Schleifgerät genutzt werden kann, um Dielenboden zu schleifen und welches Schleifpapier dafür benötigt wird.

Knietief steht sie im Matsch und baut eigene Kartoffeln an. Hält Hühner und kann doch eines nicht vor dem Fuchs retten.

Sophie lebt wieder. Langsam und zufrieden, trotz Löchern im Dach, trotz bitterkalter Nächte. Niemand kann Ihr den Sternenhimmel nehmen, den sie vom Scheunendach aus bewundern kann. Die süße von Erdbeeren in der warmen Sonne und das Gefühl, dass Arbeit sich auszahlt. Sie erfährt Gemeinschaft und Verbindung, nicht mit hunderten, sondern wenigen, und das genügt. Spätestens als ihr klar wird, dass es nie einfach ist, dass es nie nur ein richtig gibt, beginnt sie zu atmen.

Eine absolute Sommerleseempfehlung!

Mein Tipp, lesen Sie das Buch in den Pausen, in denen Farbe trocknet, oder Ihre Hände taub geworden sind, vom Abschleifen eines Stück Holzes.

5 von 5 Sternen

Leseempfehlung von Anna Lenz 15.5.2026


Was emotionaler und körperlicher Missbrauch anrichten können, wird im Abschlussband der Reihe aufgezeigt. Während ein Gott um Anerkennung und Herstellung seiner ursprünglichen Würde kämpft, hat Min, eine junge Frau, den Missbrauch so verinnerlicht, dass ihr ganzes Denken in den anerzogenen Bahnen verläuft. Selbst als sie durch den Gott ein tiefes Verständnis erfahren darf, da sie viele Erfahrungen teilen, hintergeht sie ihn, treu der missbräuchlichen Person ergeben.

In eine spannende Handlung eingebettet, die mit sowohl blutige Kämpfe im Reich der Götter, und ja, wer sich auskennt, kann den Blitzeschwinger und andere Gottheiten sehr gut zuordnen, und kräuterbasierender Fluchmagie aufwartet, ist die verworrene Liebesgeschichte des ungleichen Paares ein Weg der Selbstbefreiung.

Eine unterhaltsame Lektüre mit spicy Szenen.

3 von 5 Sternen

Leseempfehlung von Anna Lenz 11.05.2026


Eine Maus namens Merlin von Simon van Booy

Das Alter macht alle gleich.

Ab einem gewissen Punkt, werden Menschen nur noch als alt wahrgenommen. Was sie in ihrem Leben erlebt haben, welche Kämpfe sie ausgetragen haben, laut in der Öffentlichkeit oder hinter verschlossenen Türen, ob sie besonders schön singen konnten, sportlich waren, reich oder arm, all das spielt keine Rolle mehr, wenn jede Bewegung Schmerzen verursacht und selbstbestimmt zu leben, das letzte hohe Ziel ist, an das man sich klammert.

So lernt der Leser Helen kennen. Eine 83jährige alte Dame, die ihr Leben zwischen der absolut notwendigen Nahrungsausnahme und dem Dösen vor den Nachrichten aufteilt. Als Helen unter Aufbietung all ihrer Kräfte ein vermülltes Aquarium aus dem Müll der Nachbarn rettet, zieht unfreiwillig ein neuer Hausbewohner ein.

Zuerst angeekelt, dann besorgt beginnt Helen sich mit der Maus auseinander zu setzen. Langsam, fast unmerklich beginnt Helen wieder am Leben teil zu nehmen. So muss sie den ortsansässigen Gemischtwarenhändler aufsuchen, um sich zu informieren, wie man eine Maus denn wieder loswerde.

Als in den Klebefallen nur ihre Pantoffeln hängen bleiben, weil sie Merlin, wie sie den Mäuserich inzwischen getauft hat, unbedingt die Lieblingsstelle aus einem alten Film zeigen möchte, muss sie sich eingestehen, dass der kleine Kerl längst Teil ihres täglichen Lebens ist.

Nach und nach, ganz sanft, erfährt man mehr über die resolute alte Dame, die sich mit Krankenhäuserin, Tierärzten und Heimen auseinandersetzt, um ihr Leben mit Maus zu organisieren.

Ein sanfter Roman, der ganz gemächlich das Herz wärmt.

5 von 5 Sternen

Leseempfehlung von Anna Lenz 11.05.2026


The Housewitch von Emilie Nikota Delemhach

The Housewitch ist im Bereich Cosy Fantasy einzuordnen und eignet sich hervorragend für ruhige Abende oder die Zeiten, in denen man wenigstens im Buch etwas Ruhe finden möchte. 

Neugierig macht bereits das Geschlecht der Haushexe. Finlay Ayshowan, regiert mit scharfer Zunge und unerschrockener Haltung seine Küche und ist schon kurz nach Antritt seiner Stelle als königlicher Koch nicht nur in Kochtöpfe, sondern auch unfreiwillig in Intrigen und Ränke am Hofe von Daxaria vertieft.

Fins Kochkünste retten so manche heikle Situation, beruhigen einen empört weinenden kleinen Prinzen oder beschwichtigen selbst unangenehme Persönlichkeiten mit seiner Gabe zu erahnen, wonach es einem Menschen hungert.

Schnell gewinnt er auch so das Vertrauen des Königspaares und wird zu einer festen und für Stabilität sorgenden Größe im Schloss. 

Sollte man von den Kochkünsten und seinen Wortduellen mit Höhergestellten nicht schon von Finley bezaubert sein, 

so wird man es spätestens, wenn man Zeuge seiner Selbstzweifel in Bezug auf eine geheimnisvolle Schöne am Hofe wird. 

Neben dem wortgewandten Koch besticht die Handlung durch weitere liebenswerte Figuren. Die Küchenmagd Hannah, die erst von Rittern schikaniert unter Fins Schutz und einer sehr schweren gusseisernen Pfanne in den Händen, sich den Respekt des gesamten Ritterordens sichert. Peter, dessen großer Auftritt gegen Ende des ersten Bandes zum Lachen einlädt und das Herz höher hüpfen lässt oder der schlecht gelaunte Sekretär des Königs, der immer wieder in Fins verbale Fallen tappt und so Gegenstand diverser Gerüchte wird. 

Es sind altbekannte Ingredienzen, die perfekt gewürzt, ein neues und herrliches (Lese)Gericht ergeben, dass ich wärmstens empfehlen möchte!

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 13.04.2026


Durch die Beliebtheit der „Fräulein Gold“-Reihe auf die Autorin aufmerksam geworden, habe ich voller Neugier ihrer neuen Krimi-Reihe (Lou & König) entgegengefiebert.

Im klirrend kaltem Schnee Nachkriegsberlins findet Lou, eine junge Fotografien, die Leiche einer Frau. König, der zugeteilte Kriminalkommissar nimmt die Ermittlungen auf und folgt den Spuren eines Mörders durch Berlin. Unglaublich dicht greifen hier historische Schilderungen, tiefschichtige Figuren und eine spannende Handlung ineinander. Selbst als absehbar wird, wie sich die Mordserie aufklären lassen wird, fiebert man als Leser bis zur letzten Seite, dem letzten Satz des Buches mit und saugt jede Information begierig auf mehr auf.  

Während Lou und König einen Mörder jagen, wird der grausame Alltag Nachkriegsberlins geschickt mit der Handlung verwoben. Es gibt nur selten Strom, fast nichts zu essen und keine gesicherte Versorgung irgendeiner Art. Der eine Straßenbaum, der jedem Haushalt zugestanden wurde, um irgendwie heizen zu können, hat nicht einmal für einen Monat diesen erbitterten Winters ausgereicht. Alte, Kranke, Kinder, Gesunde verhungern, erfrieren und sind stetiger Gewalt ausgesetzt. Verzweiflung, Misstrauen und Resignation beherrschen die Menschen. Das ist es, was Krieg mit einer Metropole, mit Menschen mit einem Volk macht. Krieg endet nicht mit einer politischen Erklärung.

Egal zu welcher Lesart man tendiert, „Lou & König“ ist absolut lesenswert!

5 von 5 Sternen

Buchempfehlung von Anna Lenz 11.03.2026


Ich habe mich an mein erstes Hoover-Buch gewagt und bin nicht ganz sicher, wie ich mich dazu positionieren soll. Da es nicht mein Genre ist, hatte ich mich auf eine Menge Gefühl, Kerzenschein und Sinnieren eingestellt, inhaltlich gesprochen. Und landete bei einem Titel, den ich definitiv unter dem nächsten Sofakissen verstecken würde, sollte sich mir Jemand nähern.

Bei dem durchschlagenden Erfolg der Autorin nur von Geschmacksache zu sprechen, wäre nicht angemessen. Sie trifft absolut einen Nerv bei Ihrer Leserschaft. Und die Handlung war absolut packend und spannend.

Zudem ist es ja das Schöne an Büchern, dass man Handlungsoptionen nachgehen kann, ohne sie jemals umsetzten zu wollen. Fragen Sie gerne einmal unsere Krimi- und Thriller-Leser ;-).

Das macht den Genuss der im Buch sehr detailliert beschriebenen Affäre zu einem Lesevergnügen mit Tiefen und vielen Höhen.

Für Genießer von Romantic-Thrillern sehr zu empfehlen!

5 von 5 Sternen

06.03.2026 Buchempfehlung von Anna Lenz