Preisträger

Preis der Unabhängigen Buchhandlungen 2026

»Die Riesinnen‹ saugen einen auf der ersten Seite ein, und am Ende dieses Drei-Generationen-Porträts großer Frauen wird man atemlos ausgespuckt. Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.« DORIS KNECHT Ausgezeichnet als Lieblingsbuch der Unabhängigen 2025

»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.«

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.

In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.



• Auf der Shortlist für den Preis des unabhängigen Buchhandels 2026

• Nominiert für den Bayern 2-Publikumspreis 2026



»Hier schreibt zweifellos jemand, der Sprache liebt, auch ihre regionale Färbung.« Amonte Schröder-Jürss, ZEIT-Online

»Der zauberhafte Roman ›Die Riesinnen‹ von Hannah Häffner wird für Furore sorgen.« Peer Teuwsen, Neue Zürcher Zeitung

»Neue deutsche Heimatliteratur auf den Spuren Dörte Hansens.« Denis Scheck

„Dieser Roman ist wie ein stiller Moment auf einer Waldlichtung. Einatmen, ausatmen und alles, wirklich alles um sich herum vergessen.“ Mike Altwicker, WDR-Buchtipp

(Quelle: https://www.penguin.de/buecher/hannah-haeffner-die-riesinnen/buch/9783328604334 12.10.2026 08:22 Uhr)

Rezension von Bianca Dombrowa – Lektorin des Penguin Verlag


Literatur Nobelpreis 2026

Literaturnobelpreis 2026 geht an Anne Carson

Die Entscheidung der Schwedischen Akademie ist gefallen: Der Literaturnobelpreis 2026 geht an die kanadische Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin Anne Carson. Damit ehrt das Nobelpreiskomitee eine der innovativsten und intellektuell fesselndsten Stimmen der englischsprachigen Gegenwartsliteratur.

In der Begründung der Jury heißt es, sie habe den Nobelpreis erhalten für: »Ihr kühnes und einfallsreiches Oeuvre, das im spielerischen Dialog mit klassischer Tradition steht, und damit neue Formen für zeitgenössische Literatur geschaffen hat.«

Wir freuen uns sehr mit unserer Autorin und beglückwünschen sie herzlich! 

Anne Carson ist eine der großen Lyrikerinnen der Gegenwart. 1950 in Toronto geboren, studierte sie Griechisch und unterrichtet als Altphilologin. Die Parallelität von Antike und Gegenwart durchzieht ihr ganzes Werk. Neben der Sappho-Studie »Eros the Bittersweet« und ihren Sappho-Übersetzungen entstanden auch Studien zu Celan und Hölderlin. Bei S. FISCHER erschienen in der Übersetzung von Anja Utler: »Decreation. Gedichte. Oper. Essays« (2014) sowie »Rot. Zwei Romane in Versen« (2019). 2026 wurde Anne Carson mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 

(Quelle: https://www.fischerverlage.de/magazin/preise-und-nominierungen/literaturnobelpreis-2026-geht-anne-carson 12.10.2026 09:14 Uhr)


Deutscher Buchpreis 2026

Die Lücken von Shida Bazyar

Die Lücke von Shida Bazyar

Die Preisträgerin wurde in einem mehrstufigen Prozess ausgewählt. Die siebenköpfige Jury sichtete 205 Titel, die zwischen Oktober 2025 und dem 5. September 2026 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Juror*innen sechs Titel für die Shortlist gewählt. Mit dem Deutschen Buchpreis 2026 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Franziska Gänsler: Orca (Kein & Aber, August 2026), Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle (S. Fischer, August 2026), Elias Hirschl: Schleifen (Paul Zsolnay, Januar 2026), Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens (Galiani Berlin, Februar 2026), Dana Vowinckel: Anton und Alma (Suhrkamp, September 2026).

Roman des Jahres 2026

Die Lücken

Nach ihren gefeierten Romanen über Exil und postmigrantische Gegenwart legt Shida Bazyar eine literarische Archäologie der Heimat vor. In einer präzisen Tiefenbohrung der Provinz stellt sie die radikale Frage: Auf welchen Fundamenten bauen wir unsere Heimat?
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt uns durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Shida Bazyar gelingt ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.

Begründung der Jury

Heimisch in Heimesbach – kann man das sein? Der Roman „Die Lücken“ von Shida Bazyar reflektiert anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen. Auch die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugen den starken Nachhall des Textes. Ein Roman gegen Gleichgültigkeit.

(Quelle: https://www.deutscher-buchpreis.de/nominiert/ 12.10.2026 09.25 Uhr)


Deutscher Kinderbuchpreis 2026

Eine Oma für alle Fälle von Christian Wichmann

Als Edgar seiner neuen Nachbarin Frau Koschitz zum ersten Mal im Treppenhaus begegnet, ist der Schock groß. Wie Feuer und Wasser stehen sie sich gegenüber: Schisser und Draufgängerin, Nerd und Krawallnudel. Passt nicht zusammen? Oh doch, denn gemeinsam sind sie einfach unschlagbar! Ob spektakulärer Einbruch in die Oper, Jeden-Tag-Geburtstagspartys, gewagte Kochideen oder Jagd auf einen Juwelendieb: Diese außergewöhnliche Freundschaft macht jeden Tag zum Abenteuer und streut noch eine ordentliche Portion Glitzer obendrauf!